"Beim Namen nennen"

Aktionen zum Flüchtlingstag 2021: „Beim Namen nennen“

Datum/Ort Samstag, 5. Juni, 12 Uhr bis Sonntag, 6. Juni 2021, 12 Uhr, Bärenplatz und Kirche St.Laurenzen

Auch wenn das "Fest der Kulturen" am Begegnungstag wegen Corona zum zweiten Mal nicht durchgeführt werden kann, findet am 5. Juni 2021 der Flüchtlingstag statt. Am Flüchtlingssamstag und Sonntag gedenken Flüchtlingsorganisationen in einer 24-stündigen Aktion den verstorbenen Flüchtlingen auf ihrem Weg nach Europa.

 

 Die Aktionen:

Beim Namen nennen – Aktionen zum Flüchtlingstag 2021

Über 44'000 Flüchtende sind seit 1993 an den Aussengrenzen Europas gestorben. Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Babys. Im Rahmen des Internationalen Flüchtlingstags werden am 5. und 6. Juni in St.Gallen in einer 24-stündigen Gedenkfeier alle Namen der Verstorbenen gelesen und auf Stoffstreifen geschrieben. Diese werden dann an der Fassade der Kirche St.Laurenzen befestigt. Die Flüchtlingstagaktion wird mit einer schweizweiten Postkartenkampagne und dem Theater «Mittelmeer Monologe» ergänzt.

 

Das Programm:

Thema Aktionen zum Flüchtlingstag 2021: „Beim Namen nennen“

  • Samstag, 5. Juni, 12 Uhr bis Sonntag, 6. Juni 2021, 12 Uhr, 
  • Aktion „Beim Namen nennen“, Bärenplatz und Kirche St.Laurenzen
  • Ausstellung „Migrant Bodies“ des Fotografen Max Hirzel, Bärenplatz
  • Sonntag, 6. Juni 2021, 10.30 Uhr: ökumenischer Gottesdienst, Kirche St.Laurenzen
  • Freitag, 18. Juni 2021, 19.30 Uhr: Theater „Die Mittelmeer-Monologe“, Grabenhalle

 

 

Hintergrund: 

Über 44'000 Tote sind vermerkt auf der «List of Deaths» von UNITED – diese Zahl beziffert nur die dokumentierten Fälle. Das Netzwerk “UNITED for Intercultural Action – European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees” (http://unitedagainstrefugeedeaths.eu) stellt diese Liste zusammen. Sie besteht aus den Daten ihrer rund 550 Mitglieder-Organisationen in 48 Ländern. 

Die national rund 130 beteiligten Organisationen der Aktion «Beim Namen nennen» prangern die Tatenlosigkeit Europas und der Schweiz an. Sie bezeichnen es als Skandal, dass die Europäische Union, die europäischen Nationen und die Schweiz beinahe tatenlos zuschauen, wie Tausende Flüchtlinge grundlos sterben und Hundertausende unter erbärmlichen Umständen in unzähligen Camps an den europäischen Aussengrenzen leben. Sie sehen die zivilisatorischen Errungenschaften Europas in Gefahr. 

 

„Beim Namen nennen“ in St.Gallen

Unterstützt von vielen lokalen Organisationen setzen  die Kirchen in  St.Gallen in Trauer und Protest zum internationalen Flüchtlingstag 2021 ein Zeichen gegen diese unglaubliche Menge von vermeidbarem Verlust am Menschenleben:

In der Kirche St.Laurenzen werden vom 5. bis 6. Juni während 24 Stunden die Namen der Verstorbenen gelesen und die Umstände ihres Todes benannt. Zusätzlich schreiben Freiwillige die Namen der einzelnen Verstorbenen auf kleine Stoffstreifen und befestigen sie an der Aussenfassade der Kirche St. Laurenzen. So wird das Kirchengebäude in ein riesiges Mahnmal mitten in der Stadt verwandelt.

 

Die Ausstellung der Bilder „Migrant Bodies“ des italienischen Fotografen Max Hirzel zeigt den Passantinnen und Passanten am 5. und 6. Juni 2021 auf dem Bärenplatz deutlich, dass es tatsächlich um Menschen geht. Die Ausstellung ist allenfalls noch bis am 21. Juni 2021 in der Kirche St.Laurenzen zu sehen.

 

Im ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 6. Juni um 10.30 Uhr in der Kirche St.Laurenzen erzählt die Pfarrerin Constanze Broelemann von ihren Erlebnissen auf dem Seenotrettungsschiff Sea Watch 4. Nach dem Gottesdienst kann man in der Kirche St.Laurenzen die Namen weiter auf Stoffstreifen schreiben. Alle, die mitschreiben wollen, sind herzlich eingeladen.

Am Freitag, 18. Juni 2021, zwei Tage vor dem Flüchtlingstag, stellt in der Grabenhalle St. Gallen das Theaterstück „Die Mittelmeer-Monologe“ des Berliner Autors und Regisseurs Michael Ruf die Erfahrungen einiger Überlebenden und Aktivistinnen mit der lybischen Küstenwache spielerisch dar. Das Theaterstück wird vom Maxim Theater Zürich aufgeführt. Anmeldungen über www.kathsg.ch/mittelmeermonologe.   

 

Mit einer Postkartenaktion bitten wir die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die Motionen zu unterstützen für die Beteiligung der Schweiz am europäischen «Solidaritätsmechanismus» der «Koalition der Willigen», durch regelmässige Aufnahme von Geflüchteten von den NGO-Schiffen und den Lagern. Sie können während der ganzen Aktion Postkarten unterschreiben und an eine/n Nationalrätin oder Nationalrat, Ständerrätin oder Ständerrat Ihres Kantons schicken.

Ähnliche Aktionen finden in den Städten Bern, Zürich, Basel, Luzern, Genf, Lausanne, Neuenburg und Chur statt.

 

Weitere Informationen

Chika Uzor, Cityseelsorge, Ressort Flüchtlings- und Migrantenseelsorge

Telefon 071 224 06 13, 079 935 84 06, chika.uzor@kathsg.ch

www.kathsg.ch/beimnamennennen

 

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